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3. Sozialkonferenz der AWO in Weimar

21.06.2012 Weimar, 21. Juni 2012. „Auch wenn es Kindern und Jugendlichen in Deutschland heutzutage auf den ersten Blick so gut geht, wie nie zuvor, wächst fast jedes dritte Kind in sozialen, finanziellen und/ oder kulturellen Risikolagen auf“, kritisiert der AWO Präsident Wilhelm Schmidt anlässlich der 3. Sozialkonferenz der AWO zur Zukunft der Kinder- und Jugendhilfe. 

„Das System der familienrelevanten Leistungen in Deutschland ist vor allem im Bereich der monetären Leistungen intransparent und  ungerecht und zeigt zum Teil sogar widersprüchliche Effekte“, kritisiert der AWO Bundesvorsitzende Stadler.
„Die AWO steht für ein kinder- und familienfreundlicheres Deutschland, an dessen Gestaltung und Umsetzung sie intensiv mitwirken will“, erklärt Schmidt den Hintergrund der 3. Sozialkonferenz mit fast 250 Teilnehmenden, die unter dem Motto steht: „Chancengerechtes Aufwachsen in gemeinsamer Verantwortung – (An)Forderungen an eine Politik für Kinder, Jugendliche und Familien“. Die Bildungs- und Sozialsysteme hätten es nicht vermocht, sich den rasant veränderten Bedingungen des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen in Deutschland anzupassen. So verbringen Kinder vermehrt Zeit in öffentlichen Einrichtungen, wie Kitas oder Ganztagsschulen. „Insbesondere dort haben wir nicht nur ein Quantitätsproblem, sondern sind auch auf dem besten Wege ein Qualitätsproblem zu bekommen“, erklärt Stadler. Fachkräfte fehlten allerorten, Qualitätskriterien würden aufgrund der finanziellen Engpässe ignoriert. Und anstatt eine wirkliche Fachkräfteoffensive zu starten, versuche die Bundesregierung mit schnellen und billigen Lösungen, Beschäftigte zu rekrutieren.
Auch im System der Kinder- und Jugendhilfe klaffe eine immer größere Lücke zwischen Gesetz und praktischer Umsetzung. „Es geht vorrangig um Kostendämpfung. Die Leistungsanbieter werden vielerorts in einen Preiswettkampf getrieben, der sich negativ auf die Qualität und die Kontinuität der Leistungserbringung niederschlägt“, bemängelt Stadler und ergänzt: „Wir wissen viel darüber, wie Hilfen ausgestattet sein müssen, damit sie auch wirken können. Diese Erkenntnisse müssen auch umgesetzt werden. Das kostet Geld, aber Billiglösungen sind auch hier eher Geldverschwendung. Eine ausreichende Finanzierung der Arbeit freier Träger, die die Leistungen mehrheitlich erbringen, ist dafür eine notwendige Voraussetzung und kein Selbstzweck.
„Deutschland muss familienfreundlicher werden“, fordert der AWO Präsident Schmidt, dazu wird „ein abgestimmtes Bildungs-, Sozialstaats- und Finanzierungskonzept gegen Kinder- und Jugendarmut mit konkreten und nachprüfbaren Zielvereinbarungen benötigt“. Starres Ressortdenken, wie etwa zwischen dem Gesundheits- und Jugendhilfesystem müssten endlich überwunden und föderale Hürden abgebaut werden, um den Aufbau effektiver Hilfe- und Unterstützungssysteme zu ermöglichen“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Stadler abschließend.