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AWO Brandenburg fordert gerechte, solidarisch und nachhaltig finanzierte Pflege

23.09.2020
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Quelle: AWO Landesverband Brandenburg e. V.
Im Rahmen des Parlamentarischen Frühstückes „Pflegeland Brandenburg. Wer. Pflegt. Wie?“ am Mittwoch, den 23. September 2020, hat der AWO Landesverband Brandenburg e. V. das Forderungspapier "Pflegeland Brandenburg. Wer. Pflegt. Wie?" vorgestellt. Mit dem Forderungspapier haben sich der AWO Landesverband Brandenburg e. V. und seine Gliederungen kritisch mit der aktuellen Situation und Entwicklung in der Pflege auseinandergesetzt und die zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre herausgestellt.

Dazu erklärt Anne Baaske, Geschäftsführerin: „Mit der seit längerem laufenden Diskussion um den demografischen Wandel im Land Brandenburg rückt das Leistungssystem der Pflege mehr und mehr in das öffentliche Bewusstsein, denn: Der Gesellschaft fehlen die Kinder. Die Lebenserwartung steigt. Die Gesellschaft altert. Wurden Pflege und Versorgung früher oft in der eigenen Familie bewältigt, leisten diese heute mehr und mehr freie Träger und private Anbieter - und das bleibt nicht ohne Folgen für alle Beteiligten.“

Im Land Brandenburg gibt es 132.426 pflegebedürftige Menschen, deren würdevolle und individuelle Beratung und Versorgung den Angeboten, Diensten und Einrichtungen der AWO Brandenburg eine Herzenssache ist. Zeitgleich ist sich die AWO Brandenburg bewusst, dass die aktuelle Situation und Entwicklung in der Pflege pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige, die Mitarbeitenden und Träger der Angebote, Dienste und Einrichtungen kurz- oder langfristig unter anderem vor folgende zentrale Herausforderungen stellt:

  • Wachsender Arbeitskräftemangel, der landesweit feststellbar, aber regional unterschiedlich ist. Überdurchschnittlich lange Vakanzen bei Stellen für Pflegefachkräfte. Wachsender Markt für Arbeitnehmendenüberlassung.
  • Deckelung der gesetzlichen Leistungsbeträge der Pflegkassen. Kontinuierlich steigende Eigenanteile für pflegebedürftige Menschen.

„Die großen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie wurden insbesondere von den Trägern der Angebote, Dienste und Einrichtungen der Pflege und den Mitarbeitenden vor Ort großartig gemeistert. Durch verordnete Abstandsregelungen konnten und können Einrichtungen der Kurzzeit- und Tagespflege ihre Angebote nach wie vor nicht wie üblich umsetzen. Es dürfen nur weniger Plätze belegt werden - dadurch fehlen den Trägern die entsprechenden Einnahmen. Hier muss das Land Brandenburg, wie beispielsweise das Land Nordrhein-Westfalen, finanzielle Mittel zur Unterstützung der Träger zur Verfügung stellen“, betont Baaske.

Mit Blick auf den Bund fordert Baaske: „Eine Modernisierung der Pflegeversicherung, eine Reduktion der Arbeitnehmendenüberlassung sowie das klare Bekenntnis zu einer auskömmlichen Finanzierung sind unumgänglich, um eine gerechte und solidarische Pflege zu gestalten und auf zukunftsfeste Beine zu stellen.“