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AWO besorgt über Anstieg rassistischer Übergriffe

11.02.2015 „Mit großer Besorgnis registriert die AWO die deutlich  ansteigende Zahl rassistisch motivierter Taten in Deutschland“, erklärt AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker. Anlass ist die gestrige Bekanntgabe der Zahlen durch die Bundesregierung, nach der es 2014 sechs Mal mehr Angriffe auf  Asylbewerberunterkünfte und ihre Bewohnerinnen und Bewohner gab, als noch 2012.

„Es ist kein Zufall, dass die Zahlen immer dann ansteigen, wenn die Themen Flüchtlingszahlen und innere Sicherheit im politischen Diskurs leichtfertig miteinander verknüpft werden“, kritisiert Döcker. Genau das Gleiche geschah zu Beginn der 1990er Jahre, als die steigenden Asylbewerberzahlen politisch instrumentalisiert wurden und damit der gesellschaftliche Boden für die verheerenden Anschläge wie zum Beispiel in Rostock und Solingen bereitet wurde. „Politisch Verantwortliche müssen sich bei dieser Zunahme solcher Taten fragen lassen, ob sie mit ihren leichtfertigen Äußerungen, zum Beispiel über eine angebliche Armutszuwanderung, nicht den Boden für solche Taten bereiten“, betont Döcker.

Die AWO plädiert an alle verantwortlichen Kräfte, sich lautstark gegen jede rassistische Agitation zu wehren. „Wir werden nicht tatenlos zuschauen, wie Unterkünfte und Menschen angegriffen werden. Wir stehen solidarisch mit vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern an der Seite von Flüchtlingen. Fremdenfeindliche Bewegungen lehnen wir entschieden ab“, erklärt Döcker abschließend. Die AWO engagiert sich gegen jede Form von Rassismus und Rechtsextremismus, in diesem Jahr auch als Kooperationspartner bei den Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 16.03. - 29.3.2015.

Nach Angaben der Bundesregierung gibt es bundesweit eine bedauerliche Zunahme an Brandanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte sowie gewalttätige Übergriffe auf Flüchtlinge. Auch sogenannte Propagandadelikte wie zum Beispiel Hakenkreuzschmierereien nehmen deutlich zu. Gravierend sind die Zahlen aus dem letzten Quartal 2014, als rassistische Aufmärsche vor allem in Dresden die Medienlandschaft dominierten. Allein in dieser Zeit wurden mehr rassistisch motivierte Taten gezählt als in den Jahren 2012 und 2013 zusammen.