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AWO fordert: Gute Ganztagsschulen für alle Schüler ausbauen

17.10.2017
Fast jedes zweite Kind (40 Prozent) besucht derzeit eine Ganztagsschule. „Der bundesweite starke Ausbau von Ganztagsschulen war mit dem Versprechen verbunden, Kinder besser individuell zu fördern, Bildungsbenachteiligungen abzubauen und mehr Chancengerechtigkeit herzustellen. Aber dieses Versprechen auf eine bessere Bildung wird nur unzureichend eingelöst“, kritisiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. Nach Meinung der AWO gibt es hierfür klare Gründe: „Auf die Qualität wird zu wenig Wert gelegt, denn zu oft geht es nur darum, Betreuungsplätze zu schaffen. Die Finanzierung ist häufig unzureichend und  erschwert eine kontinuierliche und gute pädagogische Ganztagsbetreuung. Die AWO fordert deshalb eine Qualitätsoffensive für Ganztagsschulen in Verbindung mit der Einführung eines Rechtsanspruchs auf ganztägige Bildung und Betreuung.“ Dafür veröffentlicht die AWO heute das Positionspapier „Der AWO geht es um mehr! Gute Förderung junger Menschen bedarf bester Ressourcen!“ zur Verbesserung der Arbeitssituation der Jugendhilfe in der Ganztagsbetreuung.

Die Arbeitssituation der Jugendhilfe in der Ganztagsbetreuung ist schwierig. In dem Positionspapier werden die entscheidenden Rahmenbedingungen markiert und Vorschläge für die Verbesserung der Ganztagsbetreuung an Schulen gemacht. „Insbesondere die nicht bedarfsgerechte Finanzierung erschwert eine Steigerung der Qualität des ganztägigen Lernens. Fehlende Qualitäts-Mindeststandards hinsichtlich Personal, Ausstattung und Räumlichkeiten bedingen eine relative Beliebigkeit im Ausbau guter Ganztagsschulen“, reüssiert Wolfgang Stadler und fordert: „Neben einem Rechtsanspruch auf Ganztagsschulplätze etwa für Grundschulkinder müssen Bund, Länder und Kommunen sich politisch dazu bekennen, dass nur ein konsequent umgestelltes Ganztagsschulsystem Chancengerechtigkeit und individuelle Leistungsfähigkeit unserer Kinder fördern kann“.

In Hinblick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen appelliert Wolfgang Stadler an die Parteien ihre Wahlversprechen hinsichtlich der Einführung eines Rechtsanspruchs auf Betreuung im Grundschulalter und den weiteren Ausbaus der Qualität von Bildung und Betreuung konsequent einzulösen. Das AWO Positionspapier ermuntert auch die Träger der Jugendhilfe, sich selbst offensiv in den Umgestaltungsprozess einzubringen und öffentlichkeitswirksam für verbesserte Rahmenbedingungen zu werben. Aktionstage und Kampagnen– wie z. B. die LAGFW-NRW-Kampagne - Gute OGS darf keine Glückssache sein! – unterstreichen die Notwendigkeit eines dringenden Handlungsbedarfs.

Zum finanziellen Rahmen des lückenlosen Ausbaus guter Ganztagsschulen kommt eine aktuelle Studie „Gute Ganztagsschule für alle“ zum Ergebnis dass, wenn Bund, Länder und Kommunen sich in den nächsten Jahren zu einer Offensive für gute Ganztagsschulen zusammentun und dafür die offenen Fragen zu einheitlichen Qualitätsstandards und zur anteiligen Finanzierung klären, wäre der flächendeckende Ausbau guter Ganztagsschulen möglich. Dieses Fazit kann die AWO voll unterstreichen, sie wird hierzu ihren Beitrag leisten.