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AWO fordert Kinderschutz ernster nehmen

23.08.2017
Heute veröffentlichte das Statistische Bundesamt Zahlen zu den 2016 durchgeführten vorläufigen Inobhutnahmen. Demnach ist die Zahl auf 84 200 gestiegen. Die AWO sieht darin vor allem zwei Gründe: Zu viele dauerhaft überlastete Mütter und Väter und viele unbegleitete Minderjährige, die in Deutschland Zuflucht suchen. Der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler erklärt dazu: „Es zeigt sich, dass zu viele Familienstrukturen überlastet sind und leider nicht zum Wohle ihrer Kinder beitragen. Es gibt viele Gründe dafür, dass Eltern damit überfordert sein können, sich um das Wohl ihrer Kinder zu kümmern. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen muss deshalb als gesamtgesellschaftliche Aufgabe ernster genommen werden. Daher müssen wir überall dort Unterstützungsstrukturen ausbauen, wo Familien diese benötigen.“

Für Wolfgang Stadler ist klar: „Ziel muss es sein, die Belastung von Müttern, Vätern und deren Kindern zu verringern.“ Hier könnten frühzeitige Beratungsangebote, die es auch in ländlichen Gebieten geben muss, beispielsweise bei Fragen der Erziehung und des Aufwachsens helfen. Zugleich müssen alle Angebote von der Kindertagesbetreuung über die Jugendarbeit bis zur Sozialarbeit an Schulen insgesamt stärker ausgebaut und besser miteinander vernetzt werden. Die AWO fordert bereits seit Jahren die Stärkung der professionellen Unterstützungsleistungen für Eltern und Kinder. Durch Angebote der Erziehungsberatungsstellen, Frühen Hilfen etc. wird den Eltern rechtzeitig und leicht zugänglich die Möglichkeit gegeben, sich zu informieren, sich auszutauschen und sich in Konfliktfällen weiter helfen zu lassen.

Die AWO sieht noch einen weiteren wichtigen Aspekt für das Kindeswohl: „Ein wichtiger Meilenstein wäre es, die Kinderrechte in das Grundgesetz aufzunehmen“, betont Wolfgang  Stadler. Die AWO begrüßt es sehr, dass viele Parteien diese AWO-Forderung mittlerweile auch in ihr Programm zur Bundestagswahl aufgenommen haben. „Die tatsächliche Umsetzung der Kinderrechte darf jedoch nicht an deren Finanzierung scheitern und nach der Wahl vergessen werden“, erläutert Stadler weiter.

Die Situation der allein reisenden unbegleiteten Kinder und Jugendlichen unterscheidet sich zumeist grundlegend. Sie werden in Obhut genommen, da keine Personensorgeberechtigten mit nach Deutschland gekommen sind. Die familiären Hintergründe sind sehr unterschiedlich, doch muss alles unternommen werden, durch Familiennachzug die Kinder mit ihren Familien zusammenzubringen. Fast 45 000 unbegleitete Minderjährige wurden 2016 in Obhut genommen und in ganz Deutschland verteilt. „Dies erfordert sowohl mehr, als auch entsprechend qualifiziertes  Personal in den Jugendämtern und Einrichtungen“, betont Wolfgang Stadler abschließend.