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AWO fordert abgestimmtes Bildungskonzept und mehr Investitionen

11.11.2016
Heute wird im Bundestag der Bericht „Bildung in Deutschland 2016“ beraten. Dieser macht die vielen Baustellen in der deutschen Bildungslandschaft deutlich: „Der Befund ist weder neu noch überraschend: Das deutsche Bildungssystem ist von Chancengerechtigkeit weit entfernt“, kritisiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler und ergänzt: „Die AWO fordert Bund, Länder und Kommunen auf, ein abgestimmtes Bildungskonzept sowohl im frühkindlichen als auch im schulischen Bereich zu erarbeiten und dieses im Rahmen einer Föderalismusreform zu regeln und für eine auskömmliche Finanzierung zu sorgen.“

Die Herausforderungen werden für die Schulen in einer Gesellschaft mit zunehmender Vielfalt nicht kleiner. Bildung ist aber der Schlüssel zur Ausbildung, zum Arbeitsmarkt, zum selbstbestimmten Leben, zur gesellschaftlichen Inklusion, zur Akzeptanz der gesellschaftlichen Werte und Normen. Immer wieder zeigt sich, dass Schulerfolg in der Bundesrepublik in erster Linie vom familiären Hintergrund abhängt: „Ein Kind, dessen Eltern einen niedrigen Bildungsstand, ein geringes Einkommen und bzw. oder einen Migrationshintergrund haben, hat im deutschen Bildungssystem von vornherein schlechte Karten“, kritisiert Stadler. Der AWO Bundesvorsitzende schlägt folgende Lösung vor: „Wir benötigen kostenfreie Bildung von Anfang an und eine an den Bedarfen der Eltern orientierte Betreuung von Kindern in Kita und Schule.“

Der Schwerpunkt muss nach Meinung der AWO in dem konsequenten qualitativen Ausbau der Ganztagsschulen liegen. So zum Beispiel müssen jugendspezifische Entwicklungsaufgaben, etwa durch gemeinsames Lernen und Fördern und den Ausbau schulbezogener Unterstützungsnetzwerke, umfassend gefördert und unterstützt werden. Nur so kann mehr Chancengleichheit hergestellt werden.

Im Bereich Bildung und Migration zeigt der Bildungsbericht, dass es in den letzten Jahren positive Entwicklungen gab. Der Bildungsbericht weist hier besonders darauf hin, dass sich viele Eltern mit Migrationshintergrund für ihre Kinder hohe Bildungsabschlüsse wünschen, ihre Kinder aber überproportional Schulen besuchen, die maximal einen mittleren Schulabschluss ermöglichen. „Es gibt noch immer zu viele Bildungsbarrieren. Diese müssen abgebaut werden, zum Beispiel durch ein verstärktes Angebot an mehr- und muttersprachlichen Informationen“, erklärt Stadler und ergänzt: „Das Bildungssystem in einer vielfältigen Gesellschaft darf sich nicht damit abfinden, dass Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer soziökonomischen Herkunft benachteiligt werden.“

Bildung ist die zentrale Ressource einer modernen Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft. „Der Bildungsbericht zeigt deutlich, dass in das öffentliche Bildungssystem zu wenig investiert wird. Klar ist aber, ohne eine Erhöhung der öffentlichen Bildungsausgaben wird es keine Qualitätsverbesserungen geben“, zeigt sich der AWO Bundesvorsitzende abschließend überzeugt.