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AWO fordert ernsthafte Diskussion zur Behebung des Fachkräftemangels in der Pflege

07.12.2010 In der Pflegebranche gibt es aktuell bereits einen Mangel an Fachkräften. Durch die in den nächsten Jahren wachsende Zahl der Pflegebedürftigen wird sich dieser Fachkräftemangel verschärfen.

Auch deshalb hat Bundesgesundheitsminister Philip Rösler am morgigen Dienstag zu einem Pflegegipfel geladen. "Seine Rezepte gegen den Notstand sind jedoch dürftig", so AWO-Vorstand Brigitte Döcker. "Seine Forderung, den Fachkräften nicht nur den Mindestlohn zu zahlen zeugt von Unkenntnis, gilt dieser doch nur für Hilfskräfte in der Pflege. Die Tariflöhne für ausgebildete Kranken- und Altenpflegerinnen liegen mit 12,83 Euro bis 14,11 Euro pro Stunde bereits deutlich über dem Mindestlohn der Hilfskräfte", erklärt Döcker. Röslers Vorschlag, mehr Hilfskräfte zur Entlastung der Fachkräfte einzustellen grenze an Hohn. In Heimen "sind schon jetzt die Hälfte der Mitarbeitenden in der Pflege Hilfskräfte und in der ambulanten Pflege teilweise noch mehr", so der AWO-Vorstand.

Im Wettbewerb mit anderen Ausbildungsberufen ist das von der Politik und Öffentlichkeit verbreitete Negativ-Image der Pflege, insbesondere von Heimen, höchst problematisch und in den meisten Fällen völlig an der Realität vorbei.

Für die AWO ist es daher dringend geboten, die Ausbildung in den Pflegeberufen zu stärken und attraktiver zu gestalten. Die befristete Möglichkeit der Finanzierung des dritten Ausbildungsjahres i. R. einer Umschulung zur Altenpflege läuft zum Jahresende aus. Diese Option muss dringend verlängert werden. Ebenso sinnvoll ist die erleichterte Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen. "Die verstärkte Hinführung von jungen Menschen aber auch Umschülern an die Altenpflege muss dringend erfolgen", betont Brigitte Döcker.

"Langfristiges Ziel muss es sein, die Einnahmesituation der Pflegekassen durch eine Umwandlung der Pflegeversicherung in eine Bürgerversicherung zu verbessern. Dies fordern als AWO wir seit langem", unterstreicht AWO-Vorstand Döcker. Nur so stünden direkte Mittel zur Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger und für bessere Arbeitsbedingungen Pflegender zur Verfügung.