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AWO unterstützt Initiative aus Brüssel zur Frauenquote

08.03.2012 „Die letzten Jahre haben gezeigt, dass sich ohne eine Quote nichts ändert“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler, deshalb unterstütze die AWO die Initiative der EU Grundrechte-Kommissarin Viviane Reding für europaweite Vorgaben für Frauenquoten in Führungspositionen

 „Quoten sind sicherlich kein Allheilmittel, aber im Gegensatz zu freiwilligen Verpflichtungen zeigen sie Wirkung“, erklärt Stadler. 
Anlässlich des Weltfrauentages am 08. März fordert Stadler die Bundesregierung zu einer echten Gleichstellungspolitik auf und kritisiert, dass es bis heute keinerlei Konsequenzen aus dem Gutachten des im letzten Jahr vorgelegten Gleichstellungsberichtes der Bundesregierung gegeben hat. „Besonders berufstätige Frauen werden nach wie vor massiv benachteiligt“, kritisiert Stadler.
Frauen fehlen nicht nur in Führungspositionen, sondern sind auch bei der Bezahlung schlechter gestellt und verdienen bei gleicher Qualifikation deutlich weniger als Männer. Überproportional viele Frauen finden sich dagegen in prekären Arbeitsverhältnissen und geringfügigen Beschäftigungen. Diese führen nicht zu einer eigenständigen Unterhaltssicherung und werden das Problem der Frauenaltersarmut verschärfen. „Der Niedriglohnbereich muss eingedämmt und ein allgemein verbindlicher Mindestlohn eingeführt werden“, fordert der AWO Bundesvorsitzende. Betrachtet man dazu das deutsche Steuerecht, muss man sich fragen, in wie weit eine Gleichstellung überhaupt gewollt ist. Das deutsche Steuerrecht begünstigt nach wie vor das traditionelle Rollenmodell. „Es wird Zeit, das Ehegattensplitting abzuschaffen“, betont Stadler. 
Auch beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf gebe es noch viel zu tun. Statt Milliarden in ein sinnloses und kontraproduktives Betreuungsgeld zu stecken, sollten Frauen und Männer durch flexible Arbeitszeitmodelle und den Ausbau einer qualifizierten Kinderbetreuung dabei unterstützt werden, ihrem Beruf nachgehen und Zeit mit ihrer Familie verbringen zu können.
Für den AWO Bundesverband sind die Themen Gleichstellung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf von höchster Bedeutung. So sind mittlerweile fast die Hälfte (47 Prozent) der Führungskräfte weiblich. Darüber hinaus durchläuft der Bundesverband gerade das Verfahren zur Zertifizierung als ein familienfreundliches Unternehmen. „Damit zeigen wir, dass wir Gleichstellung nicht nur fordern, sondern sie leben und durch familienfreundliche Arbeitsbedingungen auch fördern“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende die Personalpolitik der jüngsten Zeit.