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AWO unterstützt differenzierte Armutsbetrachtung

27.03.2015 Der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler erklärt angesichts des heute erschienenen Interviews mit der Bundesarbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles in der Süddeutschen Zeitung: „Die AWO begrüßt ausdrücklich die Ankündigung der Bundesarbeitsministerin, dass komplexe Thema Armut differenziert zu betrachten. Dass es in unserer reichen Gesellschaft Armut gibt, ist ein Skandal, der weder bestritten noch verharmlost werden darf. Dennoch greift die bisher übliche und zu Recht kritisierte Armutsbetrachtung über rein quantitative Faktoren, wie Einkommen, zu kurz. Armut muss vielmehr an den tatsächlichen Teilhabemöglichkeiten der Menschen am sozialen und gesellschaftlichen Leben gemessen werden.

Armut wirkt komplex auf das Leben besonders von Kindern und Jugendlichen. In der AWO-ISS-Langzeitstudie „Von alleine wächst sich nichts aus ...“ hat die AWO festgestellt, dass sich die stärksten Effekte von Armut in der materiellen und kulturellen Lage wiederfinden. Die ökonomische Situation der Familien bestimmt zudem stark über den Bildungshintergrund des Jugendlichen, dessen Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten mit. Doch konnten wir erfreulicherweise feststellen, dass einmal arm nicht immer arm bedeuten muss. Nämlich dann nicht, wenn Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung von Institutionen wie guten Kitas und Ganztagschulen unterstützt werden.

Arme Menschen mittels Transferleistungen finanziell zu unterstützen, ist grundsätzlich richtig und wichtig. Dennoch sollte das Augenmerk noch mehr auf den Ausbau von Strukturen gerichtet werden, die den Betroffenen zum Einen zusätzlich Angebote unterbreiten, die ihnen helfen, mittel- bis langfristig, ein selbstbestimmtes Leben frei von Armut führen zu können. Zum anderen müssen die Teilhabemöglichkeiten der Menschen am gesellschaftlichen Leben sichergestellt bzw. verbessert werden.

Die nun von der Bundesministerin angekündigte differenziertere Vorgehensweise wird dabei helfen, den Blick noch mehr auf Diejenigen zu richten, die Hilfe und Unterstützung wirklich nötig haben. Und ob es nun 18, 15 oder 12 Prozent der Bevölkerung betrifft, es sind zu viele Menschen durch ihre Armut vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Hier müssen wir ansetzen, das müssen wir verbessern.“