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AWO zu Armutszahlen– Zu viele Menschen abgehängt und ausgeschlossen

03.11.2016
Heute veröffentlichte das Statistische Bundesamt  die Ergebnisse der Erhebung Leben in Europa. Demnach war in Deutschland 2015 jeder Fünfte von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht.

„Die tatsächlichen Lebensbedingungen der Menschen haben in Deutschland immer weniger mit der gesamtwirtschaftlichen Lage zu tun. 20 Prozent der Bevölkerung sind von Teilhabe und Wohlstand ausgeschlossen. Diese Zahl ist seit acht Jahren konstant und steht im starken Widerspruch dazu, dass wir aktuell die niedrigste Arbeitslosenzahl seit 25 Jahren haben. Hier wird eine bedenkliche Entkopplungstendenz sichtbar. Die AWO fordert von der Politik, diese bedrohliche Entwicklung zu stoppen.

Wir müssen uns die Frage stellen, warum in Deutschland trotz wirtschaftlich guter Lage weiterhin so viele Leute abgehängt und ausgeschlossen werden und vor allem, was dagegen getan werden kann und muss. Europaweit besteht in der Bundesrepublik die höchste Vermögensungleichheit. Während die untere Hälfte der Haushalte nur  über rund ein Prozent des gesamten Nettovermögens verfügt, besitzen die oberen 10 Prozent fast 60 Prozent. Die AWO sieht die Lösung in einem  neuen ganzheitlichen Weg, der eine Querschnitts- und Gesamtstrategie beinhalten muss. Soziale Gerechtigkeit kann nur gelingen, wenn einerseits allen Menschen in unserer Gesellschaft Chancengleichheit und eine gleichberechtigte Teilhabe ermöglicht und andererseits mehr Solidarität der Reichen und Vermögenden durch eine gerechte Verteilungspolitik eingefordert wird. Für das politische Ziel von mehr sozialer Gerechtigkeit ist die AWO jederzeit bereit, tatkräftig mitzuarbeiten.“