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Abgeltungssteuer abschaffen: AWO gegen die Besserstellung von Kapitaleinkünften

13.05.2014 „Es ist völlig unverständlich, dass wer arbeitet bis zu 45 Prozent Steuern auf sein Einkommen zahlt, hingegen Kapitalerträge nur mit 25 Prozent zu versteuern sind. Diese Ungerechtigkeit ist jetzt abzuschaffen“, erklärt der AWO Vorstandsvorsitzende Wolfgang Stadler. 2009 wurde die sogenannte Abgeltungssteuer eingeführt. Demnach werden Einkünfte aus Kapitalanlagen wie beispielsweise Zinsen oder Dividenden mit einem einheitlichen Steuersatz von 25 Prozent besteuert. „Als AWO fordern wir die Abschaffung der Abgeltungssteuer. Stattdessen sind die Kapitaleinkünfte wieder in die progressive Besteuerung im Rahmen des regulären Einkommenssteuertarifs einzugliedern“, unterstreicht Stadler. Ziel muss es sein, dass Menschen mit hohen Einkommen aus Geldanlagen an der Finanzierung der Gesellschaft angemessen beteiligt werden.

„Die höheren Steuern sind dabei kein Selbstzweck, sondern werden dringend für Investitionen ins Soziale benötigt“, verdeutlicht der Vorstandsvorsitzende. Jegliche Hinweise von einer schwierigen bürokratischen Erhebung oder der Gefahr einer schnellen Abwanderung des Kapitals in Steueroasen sind nach der Auffassung der Arbeiterwohlfahrt vorgeschobene Argumente. „Ein struktureller Mangel bei der Steuererhebung kann nie bestehende Ungerechtigkeiten legitimieren“, hebt Stadler hervor. Zudem wurde erfreulicherweise mit Steueroasen wie der Schweiz klare Abkommen erzielt, die es zukünftig ermöglichen über ausländisches Kapital ausreichend Informationen zu erhalten.

„Die Abschaffung der Abgeltungssteuer ist ein wichtiger Schritt zu einer gerechteren Steuerpolitik. Weitere müssen jedoch mit der Vermögenssteuer und der Senkung von Freibeträgen bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer folgen“, führt Stadler aus. Insbesondere eine Vermögenssteuer ist angesichts der zunehmenden Vermögensverhältnisse unumgänglich. Anfang des Jahres hatte eine Studie des DIW die verhärtete Vermögensungleichheit in der Bundesrepublik erneut aufgezeigt. „Es kann nicht sein, dass Deutschland die höchste Vermögensungleichheit in der Eurozone aufweist. Wer eine gerechte und solidarische Gesellschaft will, muss dringend Mechanismen einführen, die Ungerechtigkeiten abschaffen“, schließt der Vorstandsvorsitzende ab.