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Ausbau des Niedriglohnsektors muss gestoppt werden

01.08.2012 „Angesichts aktueller Zahlen und Meldungen zum Arbeitsmarkt in Deutschland wird klar: Wir brauchen nach wie vor eine breite Debatte über den Niedriglohnsektor in Deutschland“, so der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler.  Die Entwicklungen am deutschen Arbeitsmarkt würden – bei aller momentanen Freude über die aktuellen Zahlen - zu positiv bewertet. 

Problematisch sei in diesem Zusammenhang vor allem die Aussage, dass der vehemente Ausbau des Niedriglohnsektors dazu geführt habe, gering qualifizierte Menschen wieder in Arbeit zu bringen. Studien belegten vielmehr, dass unter allen Niedriglohnbeschäftigten nur jeder fünfte gering qualifiziert ist und zwei Drittel der Betroffenen über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. „Dies deutet eher darauf hin, dass inzwischen auch gut ausgebildete Menschen in den Niedriglohnsektor abrutschen“, betont der AWO Bundesvorsitzende. Vor allem junge Menschen hätten trotz guter Ausbildung zusehends schlechte Chancen auf einen auskömmlichen Job – und somit auch auf eine solide Alterssicherung. Angesichts der sich abzeichnenden ökonomischen Entwicklungen „können sich die vermeintlich guten Zahlen bald in ihr Gegenteil verkehren und dann sind vor allem jene vielen Menschen in schlecht bezahlten und atypischen Beschäftigungsverhältnissen die ersten, die ihren Job verlieren ohne sozial gut abgesichert zu sein“, so Stadler. 

Quelle: AWO Bundesverband

Hintergrund
In Brandenburg verdient laut Statistischem Landesamt* mehr als jeder fünfte Arbeitnehmer, das sind mehr als 20 Prozent der arbeitenden Bevölkerung, weniger als 8,50 € pro Stunde. Zum Vergleich: in Berlin sind es 13 Prozent, im Bundesdurchschnitt sogar nur elf Prozent.

* Verdienststrukturerhebung für das Jahr 2010