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Ausschuss zur Armutseinwanderung braucht Sachlichkeit!

08.01.2014 „Die aktuelle Debatte über die Zuwanderung in Deutschland leidet unter unsäglichem Populismus und undifferenzierten Darstellungen“, erklärt AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker. Auslöser für den heute einberufenen Ausschuss war die Warnung vor Armutseinwanderung aufgrund der seit 2014 geltenden Freizügigkeit für EU-Bürgerinnen und Bürger aus Rumänien und Bulgarien. „Es ist mehr als bedauerlich, dass hier gezielt mit der Angst vor Armutseinwanderung gespielt wird, die jeglicher Faktenlage widerspricht“, betont Döcker. Deshalb fordert der AWO Bundesverband von dem heute eingesetzten Ausschuss zur Armutszuwanderung vor allem eine sachlich differenzierte Darstellung der Situation.

Hier liegen die Fakten auf der Hand: Die Arbeitslosenquote der Bulgaren und Rumänen, die in der Bunderepublik leben, ist mit 7,4 Prozent geringer als der Durchschnitt. Zudem werden auch sonstige Sozialleistungen wie das Kindergeld seltener bezogen als es im Bevölkerungsdurchschnitt der Fall ist. „Schief ist an dieser Diskussion auch, dass gerade aus Rumänien und Bulgarien viele hochqualifizierte Arbeitskräfte zu uns kommen, was in diesen Ländern einen enormen Fachkräftemangel hervorruft“, führt das Vorstandsmitglied aus. So hat beispielsweise Rumänien heute die niedrigste Ärztedichte in der gesamten Europäischen Union.

Klar ist: Die EU lebt von dem Bestreben, einen Raum der Freiheit, Rechtssicherheit und Chancengerechtigkeit zu verwirklichen. „Armutseinwanderung kann man nur überwinden, indem die Armut gezielt bekämpft wird. Und dazu brauchen wir ein soziales und gerechtes Europa“, schließt Döcker ab.