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Bildungsbericht 2016 bestätigt wieder große Ungleichheit

16.06.2016
AWO fordert mehr Chancengerechtigkeit

Im heute veröffentlichten Bildungsbericht 2016 steht das Thema Migration und Bildung im Fokus. Die Ergebnisse lassen den AWO Bundesvorsitzenden Wolfgang Stadler zu folgendem Schluss kommen: „Der Trend zu immer höheren Bildungsabschlüssen findet ohne Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Schichten und ohne Kinder aus Migrationsfamilien statt. Die Schere zwischen Bildungserfolg und sozialer Herkunft ist viel zu weit geöffnet. Das Ziel aller bildungspolitischen Bemühungen muss es sein, in Deutschland ein gerechtes Bildungssystem zu garantieren.“

Der AWO Bundesvorsitzende ist überzeugt: „Die hohe Zahl der neu zu uns gekommenen Kinder wird das Bildungssystem auf die Nagelprobe stellen. Ohne mehr pädagogisch und kultursensibel ausgebildetes Fachpersonal in Kita, Schule und Berufsausbildung wird ein Bildungserfolg dieser Kinder kaum möglich werden. Die AWO fordert schon lange alle Kinder, unabhängig vom sozialen Status der Eltern qualitativ gleich gut zu fördern: Dies betrifft umfassende Angebote in der frühkindlichen Bildung ebenso, wie ein längeres gemeinsames Lernen in der Schule. Zudem sollten  vielfältige Abschlussmöglichkeiten an einer Schulart ermöglicht werden. Insbesondere ein zügiger Ausbau von Ganztagsschulen, die Unterricht und offene Bildungsangebote verbindlich zusammenführen, bietet Chancen für eine größere Bildungsgerechtigkeit.

Schon der erste Bildungsbericht 2006 machte darauf aufmerksam, das sich Kinder mit Migrationshintergrund häufiger in so genannten Risikolagen befinden, dazu zählen bspw. erwerbslose oder einkommensschwache Eltern, die ihre Aussichten auf eine erfolgreiche Bildungslaufbahn nachweislich verringern. Daran habe sich laut dem diesjährigen Bericht nichts geändert. „Alle jungen Menschen brauchen umfassende und auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Bildungsangebote“, fordert Stadler und ergänzt: „Ein Recht auf Bildung umfasst auch ein Recht auf individuelle Förderung und Unterstützung, unabhängig von Geschlecht, sozialer Herkunft, Religion oder kultureller Zugehörigkeit.“

Der Bericht „Bildung in Deutschland“ ist eine alle zwei Jahre erscheinende empirische Bestandsaufnahme des deutschen Bildungswesens, der von Wissenschaftlern mehrerer Forschungseinrichtungen erstellt wird. Er betrachtet das gesamte deutsche Bildungswesen, widmet sich darüber hinaus aber immer auch ausgewählten Schwerpunktthemen.