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Die groteske Vermögensverteilung ist aufzubrechen

27.02.2014 „Die Zahlen zur Vermögensverteilung sind zum wiederholtem Male grotesk. Die Bundesregierung sollte die DIW-Studie genau lesen und daraus den richtigen Schluss ziehen: Das Vermögen ist stärker zu besteuern“, erklärt der AWO Vorstandsvorsitzende Wolfgang Stadler. Die aktuelle Analyse der Wissenschaftler zeigt, dass 28 Prozent der erwachsenen Bevölkerung über kein Vermögen verfügen, während das reichste Prozent ein Minimum an Vermögen von 817.000 Euro aufweist. „Das erschreckende ist, dass dieser Missstand weder neu noch unerwartet ist und dennoch von der Politik nichts verändert wird“, ergänzt Stadler.

„Wo sich das Vermögen konzentriert verdeutlicht, wo die gesellschaftlichen Probleme liegen“, unterstreicht der Vorstandsvorsitzende. Denn klar ist: Je mehr Kinder in einem Haushalt leben, desto geringer fällt das Vermögen aus. Alleinerziehende mit zwei oder mehr Kindern weisen das geringste Pro-Kopf-Nettovermögen auf. „Am Ende ist es die Politik, die erkennen muss, dass durch eine gezielte Besteuerung der Vermögen anderen Lebenschancen geboten werden können. Diese Chance dürfen wir nicht verpassen“, stellt Stadler klar.

Die Arbeiterwohlfahrt hat zur Besteuerung des Vermögens drei zentrale Forderungen erarbeitet. Erstens ist die 1997 abgeschaffte Vermögenssteuer wieder einzuführen. Zweitens sind die Freibeträge bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer zu senken und drittens ist die Abgeltungssteuer abzuschaffen. Letztere führt dazu, dass Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf von Finanztiteln sowie Dividenden und Zinsen nur mit einer Steuer von 25 Prozent belastet werden. Die AWO fordert die Rückführung dieser Gewinne in die progressive Besteuerung im Rahmen des Einkommenssteuertarifs. „Diese Maßnahmen sind kein Selbstzweck, sondern die Mehreinnahmen ermöglichen dringend notwendige Investitionen ins Soziale. Wer das erkennt, kann gerechte und zukunftsfähige Politik machen“, schließt Stadler ab.