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Geplante EU-Richtlinie mit verheerenden Folgen für die Pflege

13.01.2012 Berlin, 12. Januar 2012. „Dieses Gesetz wird den ohnehin schon großen Fachkräftemangel noch immens verstärken“, kritisiert AWO Vorstandmitglied Brigitte Döcker die geplante EU-Richtlinie zur Pflegeausbildung, die heute in der EU Generaldirektion Binnenmarkt beraten wurde. 

. „Die AWO appelliert an alle Verantwortlichen hier mit allen Mitteln einzugreifen und die Europäische Kommission dazu zu bewegen, die besondere Situation in der Pflegeausbildung in Deutschland bei der Beratung der Richtlinie zu berücksichtigen und eine Ausnahmeregelung für die Bundesrepublik zu treffen oder zumindest ausreichende Übergangsfristen für die Umsetzung der Richtlinie zu gewährleisten“, fordert Döcker.

Die Verabschiedung dieser Richtlinie hätte für die Bundesrepublik verheerende Folgen für das Arbeitsfeld der Pflege und Altenpflege in Deutschland. Mehr als die Hälfte der Auszubildenden die heute in die Pflege- und Altenpflegeausbildung gehen, würden zukünftig ausgeschlossen. Dieses bei einem ohnehin schon bestehenden Fachkräftemangel, der inzwischen bis auf wenige Ausnahmen seitens der Bundesagentur für Arbeit für alle Bundesländer eindeutig bestätigt wird.

Da keine prospektiven Zahlen für das Bundesgebiet vorliegen, hat die Gewerkschaft ver.di für das Bundesgebiet eine Studie des Landes NRW hochgerechnet, die als repräsentativ bezeichnet wird. Da heißt es zu den Folgen der Berufsanerkennungsrichtlinie: „Mit einer solchen Vorgabe würde man etwa 45 Prozent der heutigen Auszubildenden in der Gesundheits- und Krankenpflege von der Ausbildung ausschließen. In der Altenpflegeausbildung wären es sogar 85 Prozent.“ (Stellungnahme ver.di zum Grünbuch, Überarbeitung der Richtlinie über Berufsqualifikationen KOM (2011) 367 vom 22.06.2011, S. 4 und 5)