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In Brandenburg muss endlich an den richtigen Rädchen gedreht werden

28.08.2017
„Leider wird uns heute noch einmal sehr eindrucksvoll bestätigt, dass in Brandenburg nicht nur die Chance auf einen Kita-Platz, sondern auch die Kita-Qualität und damit die Bildungschancen der Kinder in erheblichem Maße vom Wohnort abhängig sind“, kommentiert Anne Böttcher, Geschäftsführerin des AWO Landesverbandes Brandenburg e.V., die heute von der Bertelsmann Stiftung im Rahmen des Ländermonitors Frühkindliche Bildung veröffentlichten Zahlen. Der Ländermonitor weist für die Kindertagesbetreuung in Brandenburg einige sehr kritische Zahlen auf. So wird dem Land Brandenburg trotz der vergangenen Personalschlüsselverbesserungen wiederholt attestiert, dass die Betreuungsrelation in Brandenburg nicht kindgerecht ist und Brandenburg im Vergleich zu anderen Bundesländern mit Sachsen das Schlusslicht bildet. Und nicht nur das: Es gibt eine erhebliche Spannbreite zwischen den einzelnen Landkreisen und kreisfreien Städten in unserem Bundesland, so dass die Bertelsmann Stiftung zu dem Schluss kommt, dass in Brandenburg zukünftige Reformmaßnahmen die Unterschiede in den Kreisen in den Blick nehmen müssen.

Zumindest lassen die heute veröffentlichten regionalen Zahlen nicht erkennen, dass die unterschiedliche Kostenbeteiligung der Eltern in einem Zusammenhang mit den Betreuungsrelationen steht. Vielmehr scheinen sich die Erkenntnisse aus den drei Modellregionen des Projektes KiTa ZOOM zu bestätigen: Die unterschiedlich hohen Anteile von Kindern mit längeren Betreuungszeiten wirken sich stark auf die Personalausstattung mit aus.

Ein Ansatz wird daher in der Einführung einer weiteren Betreuungsstufe oder der Finanzierung passgenauer Betreuungszeiten gesehen. Spätestens seit Frühjahr 2016 - mit der Veröffentlichung der Ergebnisse aus KiTa ZOOM - diskutiert man entsprechende Ansätze, die die Finanzierung der tatsächlichen Betreuungsbedarfe der Kinder und damit das Vorhalten des notwendigen Personals sicherstellen sollen. Anne Böttcher dazu: „Das Land muss endlich jene Rädchen drehen, die diesen Unterschieden innerhalb eines Landes entgegenwirken und sicherstellen, dass die Träger eine vernünftige und verlässliche Kita-Qualität bereithalten können. Es ist schon beinahe ermüdend, wenn wir immer wieder und mit immer neuen Zahlen darauf hinweisen müssen, sich aber nicht wirklich etwas tut.“

Ein weiteres Rädchen zur Qualitätssicherung sieht die Arbeiterwohlfahrt vor allem auch in einer deutlich verbesserten Freistellung für Leitungstätigkeiten. „Unsere Leitungskräfte brauchen viel mehr Zeit, schon allein um all den Anforderungen und Herausforderungen im Zusammenhang mit der Gewinnung, Einarbeitung und stetigen Entwicklung sowie Bindung von Fachkräften gerecht werden zu können.“ Dass es davon mehr braucht, zeigt nicht nur der Ländermonitor der Bertelsmann Stiftung, sondern auch das im Juni diesen Jahres erschienene Fachkräftebarometer Frühkindliche Bildung. Und der Ausbaubedarf an Kita-Plätzen überhaupt lässt sich auch daraus ableiten, dass der Anteil der unter 3-Jährigen Kinder, die 2016 in der Kindertagesbetreuung waren, gegenüber 2014 leicht zurückgegangen ist und zudem mit sechs Prozentpunkten unter dem Betreuungsbedarf der Eltern liegt.