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Pflegebedürftigkeit neu denken und umsetzen

12.02.2014 „Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Zahl der Empfänger von Hilfe zur Pflege unterstreichen einmal mehr den dringenden Bedarf einer grundlegenden Reform der Pflegeversicherung. Wir müssen die gewährten Leistungen überdenken und ein nachhaltiges Finanzierungskonzept aufstellen“, erklärt AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker. Die Zahlen zeigen, dass im Jahr 2012 rund 439 000 Menschen Hilfe zur Pflege erhielten. Das entspricht einem Anstieg der Empfänger im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozent und weist auf Lücken im System hin. Die Hilfe zur Pflege unterstützt pflegebedürftige Personen, die den notwendigen Pflegeaufwand nicht aus eigenen Mitteln bestreiten können.

„Mit weiterem Stückwerk kurzfristiger Leistungsverbesserungen, die nicht in ein Gesamtkonzept eingebettet sind, ist es aber nicht getan“, macht Döcker deutlich. „Umso bedauerlicher ist es, dass die neue Bundesregierung derzeit Pflege nicht als Querschnittsthema betrachtet, sondern vielmehr in nicht zusammenhängenden Einzelleistungen denkt.“

„Wir müssen realistische und gerechte individuelle Pflegebedarfe ermitteln, die dann mit entsprechende Leistungen hinterlegt werden“, fordert das Vorstandsmitglied. Das Konzept dafür wurde bereits vor über sieben Jahren im Auftrag der damaligen Bundesregierung entwickelt und heißt: neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff. Trotz zwei aussagekräftiger Gutachten von Expertenbeiräten haben sich bisher alle Regierungen um die Umsetzung gedrückt. „Die Große Koalition täte gut daran, eine zukunftsweisende Reform des Pflegebedürftigkeitsbegriffs auf den Weg zu bringen“, schließt Döcker ab.