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Pflegestatistik: Mehr Pflegebedürftige benötigen mehr Personal

16.01.2017
Die heute veröffentlichten Zahlen der Pflegestatistik zeigen, dass im Vergleich zu 2013 die Zahl der Pflegebedürftigen im Jahr 2015 um knapp 10 Prozent gestiegen ist. Angesichts der demografischen Entwicklung wird sich dieser Trend fortsetzen. Für AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker ergeben sich aus diesen Zahlen folgende zentrale Forderungen: „Wir benötigen insgesamt mehr Personal – sowohl Fachkräfte als auch Hilfskräfte und der Pflegeberuf muss attraktiver und die Finanzierung der Pflege auch für die Zukunft gesichert werden.“

Die regional unterschiedliche, aber defizitäre Personalausstattung stellt die Pflege seit langem vor eine große Herausforderung und geht zu Lasten der pflegebedürftigen Menschen sowie der beruflich Pflegenden. „Eine gute personelle Ausstattung ist eine wichtige Voraussetzung für eine weiterhin hohe Versorgungsqualität von pflegebedürftigen Menschen. Abgesehen davon bleiben Beschäftigte bei einer guten personellen Ausstattung  länger im Beruf, der dadurch auch für neue Fachkräfte  attraktiver wird“, zeigt sich Döcker überzeugt.

Die AWO setzt sich im BÜNDNIS FÜR GUTE PFLEGE ein für bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen in der Altenpflege.

Die Forderungen im Einzelnen:

  • Tarifliche Entlohnung für alle Beschäftigten in der Altenpflege.
  • Angemessene Personalausstattung in der Pflege.
  • Eine angemessene Personalausstattung braucht eine ausreichende Finanzierung.
  • Die Finanzierung ist durch die Pflegekassen zu sichern, sie darf nicht zu Lasten der Bewohnerinnen und Bewohner gehen.
  • Die Kosten der Behandlungspflege bei Pflegebedürftigkeit müssen grundsätzlich von der Krankenversicherung (SGB V) getragen werden.
  • Auszubildende dürfen nicht auf den Personalschlüssel angerechnet werden.

Gute Pflege muss auf einer soliden finanziellen Basis stehen. Die AWO fordert seit langem die Einführung einer Bürgerversicherung. „Nur die Bürgerversicherung leistet eine solidarische und auskömmliche Finanzierungsgrundlage für die Kranken- und Pflegeversicherung mit für die Versicherten auch langfristig bezahlbaren Beiträgen“, erklärt Döcker abschließend.