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(H)Orte für Kinder

23.10.2012 Was macht einen Hort im Setting der Kindertagesbetreuung so besonders? Und welche besonderen Bedürfnisse der Kinder sind dabei zu beachten? Wie sind die pädagogische Arbeit und die Zusammenarbeit mit Schule daran auszurichten? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigten sich am 22. Oktober 2012 rund 240 Horterzieherinnen und –erzieher.

Sie folgten damit der Einladung des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) und der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege zur zweiten Hortfachtagung des Jahres nach Neuenhagen und knüpften an die Diskussionen und Ergebnisse der Blossiner Tagung vom Februar 2012 an.

Ziel war es, die im Rahmen der Hortfachtagung in Blossin erarbeiteten Impulse zur pädagogischen Arbeit und dem Selbstverständnis von Horterzieherinnen und Horterziehern weiterzuentwickeln. Arbeitsgrundlage bildete der jüngst durch Dr. Roger Prott vorgelegte Entwurf der Bausteine für die pädagogische Arbeit in Brandenburgischen Horten, der die Blossiner Fachtagungsergebnisse berücksichtigte.

Für den fachlichen Einstieg sorgte Diplom-Psychologin Oggi Enderlein, die in einem mitreißenden und anschaulichen Vortrag über die Lebensthemen und Entwicklungsbedürfnisse von Kindern im Grundschulalter sprach. Anschließend ging Detlef Diskowski auf die Bausteine und deren mögliche Bedeutung für das Selbstverständnis von Horten ein. Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen aktiver und engagierter Mitwirkung der Teilnehmer in parallel laufenden Workshops entlang der Inhalte der neugefassten Hortbausteine.

Ergebnis waren zahlreiche Diskussions- und Handlungsansätze, die zeigten, dass die Ausgestaltung der Hortarbeit ein hochaktuelles und fachpolitisch relevantes Thema ist. Auch zukünftig gilt es, die Fachdiskussion weiter voranzutreiben und an den gegenwärtigen Erkenntnissen anzuschließen.

Mit dem Fachtag gelang es, dass alle Teilnehmer am Selbstverständnis der Institution Hort mitarbeiten und an der Fortentwicklung für einen qualifizierten Rahmen ihrer pädagogischen Arbeit mitwirken konnten. Ziel, so war man sich einig, ist ein eigenständiges Profil der Horte, denn nicht selten stehen gerade diese immer wieder in verschiedenen  Spannungsfeldern:

  • zwischen Schulinteressen und Trägerinteressen
  • zwischen Interessen/Notwendigkeiten der Einrichtung für die kleineren Kinder und Besonderheiten der Entwicklung und Bedürfnisse im Grundschulalter
  • zwischen Interessen der Schule und damit eher formellen Bildungsansprüchen und ihrem Bild vom Kind und den damit verbunden non-formalen und informellen Bildungsprozessen
  • und nicht zuletzt zwischen den Eltern und den Bedürfnissen der Kinder

Insofern dürfte die Veranstaltung sicherlich auch zu einer Selbstvergewisserung der besonderen Form der Kindertagesbetreuung beigetragen haben.

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